Zeitschriften-Relaunch: Worauf jede Redaktion achten muss

Immer mehr Zeitschriften müssen um die Aufmerksamkeit ihrer Leserschaft und Werbekunden kämpfen. Der Grund darin liegt in der wachsenden Informationsflut, die sowohl in Online- als auch Druck-Zeitschriften sichtbar ist. Zu Hilfe kommt der Zeitschriften Relaunch, der für ein frisches Design und eine bessere Leseerfahrung sorgt. Wir zeigen Ihnen, wie es geht.

 

Definition und Orientierungskriterien

Als Zeitschriften-Relaunch wird eine umfassende Überarbeitung einer Zeitschrift angesehen, die weit über das Redesign hinausgeht. Sie umfasst eine neue inhaltliche und optische Ausgestaltung, die darauf abzielt, die Interessen der Leserschaft besser als bisher zu erfüllen. Die Bedürfnisse der Zielgruppe treten daher in den Vordergrund und sollen die Zukunft einer Zeitschrift sicherstellen.

Grundsätzlich orientiert sich der Zeitschriften-Relaunch an drei Kriterien, die für die Leserschaft von fundamentaler Bedeutung sind. Es ist die Rede von Lesbarkeit, Übersichtlichkeit und Spannung, ohne welche die Leserschaft ihre Zeitschriftenlektüre nicht wirklich genießen kann. Neben hochqualitativem Journalismus wird allerdings auch die visuelle Wahrnehmung einer Zeitschrift zunehmend wichtig.Einführung einer Zeitschrift wird ihren langfristigen Erfolg determinieren.

 

Phasenmodel von Zeitschriften-Relaunch

Der Zeitschriften-Relaunch ist ein mehrstufiger Prozess, in welchen nicht nur die gesamte Redaktion, sondern auch die Leserschaft und Werbekunden involviert werden. Meist erstreckt er sich über einen längeren Zeitraum, was eine entsprechende Planung und Vorarbeit erforderlich macht. Die darunter folgenden fünf Phasen weisen darauf hin, welche Aspekte beim Zeitschriften-Relaunch zu beachten sind.

- Auslöser: Der Zeitschriften-Relaunch kann durch verschiedene Gründe motiviert sein. Ein determinierender Faktor ist bestimmt eine sinkende Auflage, die primär auf veränderte Marktanforderungen, zunehmenden Wettbewerb sowie schrumpfende Zielgruppe zurückgeführt werden kann. Neben diesen externen Einflussfaktoren spielt auch die interne Situation einer Zeitschrift eine wichtige Rolle. Erwähnenswert sind hier die Personalveränderungen (z.B. neuer Chefredakteur), Unzufriedenheit innerhalb der Redaktion oder auch bereits geplanter Relaunch.

- Analyse: Dem Zeitschriften-Relaunch muss eine detaillierte Analyse vorangestellt sein. Diese dient dazu, die Ist-Situation einer Zeitschrift, deren Umfeld und Zielgruppe aufzuzeigen. Die Resultate aus der Analyse geben die Rückschlüsse auf die bisherige Gesamtkonzeption und Besonderheiten einer Zeitschrift, Trends und Bedürfnisse der Leserschaft, Positionierung und Konkurrenzfähigkeit auf dem Markt. Erst nachdem eine umfassende Analyse durchgeführt wurde, ist die Entscheidung von der Relaunch-Form zu treffen.

- Konzeption: Diese besteht darin, die Ziele und Maßnahmen vom Zeitschriften-Relaunch festzulegen. Die Ziele einer Zeitschrift können beispielsweise die Auflagensteigerung, Verbesserung der Marktposition oder auch eine breit verstandene Führerschaft in der eigenen Nische sein. Die dafür erforderlichen Maßnahmen beinhalten unter anderem die Stärkung der Zeitschriftenmarke, redaktionelle Optimierung sowie gewinnbringende Vermarktung. Die Ziele und Maßnahmen sollten auf eine vorhergehende Analyse bauen.

- Umsetzung: Nachdem die Ziele und Maßnahmen vom Zeitschriften-Relaunch festgelegt wurden, kann die Redaktion mit deren Umsetzung beginnen. Diese erfolgt jedoch nicht über eine Nacht, sondern ist an eine Reihe von aufeinander folgenden Schritten gebunden. Neben der redaktionellen Neugestaltung einer Zeitschrift erweist sich manchmal auch die organisatorische Umstrukturierung als unentbehrlich. Eine entscheidende Bedeutung kommt ebenfalls dem Test sowie der Anpassung anhand von Testergebnissen zu.

- Einführung: Es ist wichtig zu bedenken, dass die erste Ausgabe einer neu gestalteten Zeitschrift niemals ohne Vorankündigung erfolgen sollte. Denn die Leserschaft und die Werbekunden wollen eine Chance bekommen, die Rückmeldung anzufordern sowie eventuelle Verbesserungsvorschläge an die Redaktion zu übermitteln. Diese sollten auch möglichst berücksichtigt werden, bevor eine neu gestaltete Zeitschrift in den Markt eintritt. Denn die gelungene Einführung einer Zeitschrift wird ihren langfristigen Erfolg determinieren.

 

W-Fragen als journalistische Grundlage

Der hochqualitative Journalismus erfordert ein hohes Maß an Fachwissen, Unabhängigkeit, Berufsethik und Schreibtalent, die der Leserschaft und den Werbekunden einen Mehrwert bieten. Ein guter Schritt dazu ist es, neben ansprechendem Design einer Zeitschrift auch journalistische Inhalte mit einer zuverlässigen Antwort auf die bekannten W-Fragen zu liefern. Was versteht man darunter?

W-Fragen legen das Fundament für eine journalistische Recherche und Textgestaltung. Sie sind das A und O der Geschichte, die in der Zeitschrift steht und auf welche sich die Leserschaft verlassen will. Grundsätzlich lassen sich sechs W-Fragen unterscheiden, die auch nach dem Zeitschriften-Relaunch einen festen Platz in der journalistischen Arbeit der Redaktion einnehmen sollten.

Die Leserschaft möchte erfahren, was passiert ist oder von Interesse sein könnte, wer involviert oder als Vorbild anzusehen ist, wo es stattfindet oder in Zukunft zu erwarten ist, wann es geschah oder eingesetzt werden kann, wie und warum es dazu kam oder zu untersuchen gilt. In Zeiten der Informationsflut gewinnt auch die siebte Frage nach woher stark an Bedeutung.

 

Erfolgsrezept: Qualität vor Quantität

Der digitale Wandel und der sich daraus ergebende uneingeschränkte Zugang zur Information machen wichtige Fragen nach deren Qualität vor jedem Zeitschriften-Relaunch notwendig. Weisen journalistische Inhalte, die in einer Zeitschrift erscheinen, stets die höchsten Standards auf? Werden sie gründlich recherchiert und sind zugleich angenehm zu lesen? Können sie die Leserschaft dauerhaft binden und ihr ein Zugehörigkeitsgefühl vermitteln?

 

Magazin relaunch

In den Spiegel schauen
Ein Magazin Relaunch bedeutet nicht, dass grundsätzlich alles aus der Vergangenheit ausgemustert werden muss. Sicher gibt es beim Altbewährten einige "Kassenschlager", die solide und auf Dauer ihre treuen Anhänger gefunden haben. An dieser Stelle sollte vor dem Magazin Relaunch reflektiert werden, was beibehalten werden und was der Geschichte angehören soll. Auch wenn das Herz am Vergangenen hängt: wird zu viel beibehalten, geht der Sinn von einem Magazin Relaunch verloren.

Analyse der Mitbewerber auf dem Markt
Ein Blick auf die Konkurrenz kann sich lohnen. Nicht, um beim Magazin Relaunch abzuspicken oder gar später als "billige Kopie" einer anderen Zeitschrift in Verruf zu geraten. Doch ein Ansehen von dem, was Andere erschaffen, kann inspirieren und Horizonte erweitern. Ganz neue Ideen für den eigenen Magazin Relaunch können hierbei im Handumdrehen entstehen - wenn man offen für ein Weiterdenken ist.

Zielorientiertes Denken und Handeln
Vor jedem Schritt während dem Magazin Relaunch ist erst einmal ein tiefes Ein- und Ausatmen gefragt. Wir haben bereits erwähnt, dass ein Reflektieren über das was war und das was sein soll, unabdingbar ist. Wenn man weiß, was man will. Dann ist man dem Ziel "Magazin Relaunch" schon sehr nahe. Doch jetzt gilt es sich den zukünftigen Weg zu definieren und dementsprechend vorzugehen. Hierbei handelt es sich also nicht um eine lapidare Diät oder Planungen für das kommende Wochenende. Disziplin und Willensstärke müssen hier ans Tageslicht kommen. Vor allem in einem Team ist es stets wichtig, dass man einander stärkt und motiviert. Doch vom Plan darf nicht abgekommen werden und auch intern können Kritiken und Denkanstöße effizienter und effektiver sein, als die Harmonie wahren zu wollen.

Definition der Zielgruppe
Wichtig ist es, dass man sich darüber im Klaren ist, WEN man ansprechen will und WIE man eine potentielle Anhängerschaft mit einem Magazin Relaunch für sich gewinnen kann. Vergleichen wir das mit dem simplen Schreiben von Briefen. Wie viel einfacher lässt sich der Text eines Briefes verfassen, wenn man beim Schreiben der Wörter den Adressaten kennt? Know-how im Best-Selling ist in diesem Bezug überhaupt nicht nötig. Es versteht sich von selbst, dass sich das Publikum vielmehr angesprochen fühlt, wenn sich ihr Bedürfnis befriedigt stimmen lässt. Das steigert die Nachfrage!

Architektur des Magazins
Strukturen, sowohl vom Aufbau, als auch bezüglich der Platzierung spezifischer Abschnitte, Reportagen, Artikel oder Textblöcke sollten beim Magazin Relaunch nicht außer Acht gelassen werden. Sinnvoll ist es sicher, wenn man die Themen nach Spannung bzw. Brisanz klever integriert. Das Hauptthema auf der 4. Seite zu finden, das widerspricht jeglicher Logik. Auf den ersten Seiten soll "Appetit" auf den Rest gemacht werden. Als würde man einen Aufsatz schreiben: Einleitung, Höhepunkt, Schluss. Ein Orientierungsleitfaden, der nie an Aktualität verliert.

Auswertung der Usability
Kreiert im Rahmen des Magazin Relaunch Text-Proben, Artikel-Beispiele und Test-Stories - jedoch mit derselben Gewissenhaftigkeit, als würden diese ernsthaft in den Druck gehen. Anschließend wollen diese analysiert werden. Die Zielgruppe wurde ja bereits definiert. Nun gilt zu erkennen, ob die Inhalte die Personen der Zielgruppe zufriedenstellen würden. Und nicht nur dafür, um einmal gelesen zu werden. Der Inhalt muss dem Leser einen Mehrwert bieten! Er darf nicht in einer Woche veraltet wirken, ohne Sinn und Verstand niedergeschrieben oder gar mit Fachbegriffen versehen, die ein Laie überhaupt nicht verstehen kann, werden. Man sollte sich vornehmen, dass das Geschriebene ein Werk zum Nachschlagen werden soll. Dann nehmen die Leser das Resultat nach dem Magazin Relaunch nicht nur einmal in die Hand, sie wollen auch die anschließenden Veröffentlichungen.

Das Auge isst mit
Sehen wir jetzt von Inhalten und Textstrukturen ab. Ein Magazin Relaunch beinhaltet auch ein Thema, dass dem Leser nur sekundär einen Mehrwert bietet: die Optik! Farben, Hervorhebungen, Schattierungen, Bildplatzierungen... ein angenehmes Layout kann schon viel bewirken! Dies betrifft auch das Logo bzw. den Namen des Magazins. Man darf sich gerne einzigartig machen, um hervorzustechen. Es macht sich belohnt, wenn man rein aufgrund der Optik vom Leser identifiziert werden kann. Das Sahnehäubchen vom Magazin Relaunch!

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